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Motivation für Pferd und Reiter

24 Jan

Noch ein Thema, das ganz gut in die Winterzeit passt, ist die Frage nach der Motivation – sowohl für uns Reiter als für unsere Pferde. Ich habe als Tierarzt einen unglaublich stressigen und anstrengenden Beruf. Da ich hauptsächlich mit Sportpferden arbeite, gehe ich gegen Ende der Turniersaison ziemlich auf dem Zahnfleisch. Spaß empfinde ich dann nicht mehr so sehr. Und manchmal wird die Arbeit eher eine Abfolge mechanischer Tätigkeiten. Das stört mich dann schon sehr, weil erstens meinen Traumberuf habe und zweitens das nicht passieren soll. Aber irgendwann ist der Akku einfach mal leer und man braucht eine Erholung.

Wenn das uns so geht, warum soll das dann für unsere Pferde nicht auch so sein? Ich wollte letztes Jahr gegen Ende einer schönen, aber auch langen Saison noch einen besonderen Abschluss finden. Dafür bin ich relativ weit auf ein internationales Turnier nach Österreich gefahren. Bis dahin waren meine beiden Pferde eigentlich noch ganz gut drauf. Aber irgendwie gab es dann ein Missverständnis was die Aufgabenstellung anging!


Normalerweise geht es beim Springreiten ja darum, möglichst wenig Fehler zu machen, sprich die blöden Stangen in Ihren Auflagen liegen zu lassen. Nun das ist uns dreien gänzlich misslungen! Statt weniger oder gar keiner Strafpunkte haben wir eben diese gesammelt. Ich hatte am Sonntag nach dem letzen Springen, nach den 6 Starts insgesamt mehr Fehler als in der gesamten restlichen Saison. Da war der Frust erstmal groß und dann kam ja auch noch die lange Heimfahrt, ich war dann restlos bedient.

So wurde also die Winterpause eingeläutet. Wie gut die Pause den Beiden getan hat, habe ich gemerkt, als ich jetzt zum ersten mal wieder gesprungen bin. Ich bin sprichwörtlich im Dreck gelegen! Die hatten so einen Spaß, dass sie es mit dem Springen gleich übertrieben haben und viel zu hoch gesprungen sind. Ich habe war völlig perplex.

Wie es uns Menschen geht, so geht es natürlich auch den Pferden. Man braucht ab und an einfach mal eine Auszeit, um wieder Spaß zu haben an dem, was man tut. Denn nur dann ist man auch wirklich gut darin, was man macht. Heute weiß ich, dass mein “toller” Saisonabschluss einfach daran lag, weil die zwei nicht mehr wirklich Lust hatten. Und ich vielleicht auch nicht. Nun kann die neue Saison wieder losgehen. Ich werd mir derweil mal eine Haftcreme besorgen, weil im Dreck liegen auf Dauer Schmerzen verursacht …

 

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