RSS
 

Archiv für die ‘Zusatzfutter-Ratgeber’ Kategorie

Magnesium – ein zentraler Inhaltsstoff im Zusatzfutter für Pferde

15 Dez

Magnesium macht müde Männer munter, Muskeln weich und hilft Stress abzubauen. Aber was steckt dahinter?

Zuerst ein paar Beispiele aus der Humanmedizin:

Jeder Sportler weiß, wie unangenehm die Folgen von Magnesiummangel beim Sport sein können und wie weh es tut, wenn man einen “Muskelkrampf” bekommt. Der Muskelkrampf ensteht durch das Zusammenziehen (Kontrahieren) der Muskeln. Bei einer Muskelkontraktion fällt Magnesium eine wichtige Aufgabe zu. Das Magnesium in den Muskelfastern hilft, den Muskel wieder “weichzumachen”, sprich es hilft bei der Entspannung nach der Kontraktion.

Zusätzlich ermöglicht Magnesium die Energiebereitstellung in der Zelle. Kohlehydrate in Form von Glykogen werden in der Muskulatur gespeichert und für die Energiebereitstellung in Adenosintriphosphat (ATP) umgewandelt. Ein hoher Magnesiumspiegel steigert die Mitochondrienaktivität (Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zelle) um mehr als 150%.

Neben des Einflusses auf die quergestreifte Muskulatur (den Muskeln des Skelettes und des Herzens) wirkt Magnesium auch auf die glatte Muskulatur der Gefäße und Hohlorgane. Magnesiummangel kann zum Beispiel beim Menschen Migräne ähnliche Symptome auslösen oder wird auch bei der Geburt eingesetzt.

Was passiert jetzt aber im Pferdeorganismus?

Pferde “ticken” in diesem Fall ähnlich wie Menschen. Magnesium ist ein zentrales Mengenelement, das bei nervösen Pferden verwendet wird. Interessanter Weise funktioniert die beruhigende Wirkung von Magnesium besonders bei Pferden, die von ihren Reitern als “spannig” beschrieben werden. Durch das „spannig“ sein übersäuert die Muskulatur frühzeitig und der Muskel fängt an zu „brennen“: die Folge ist ein nervöses Pferd. Aber auch die Ausdauer- und Kraftsportler unter unseren Pferden sollten vor jeder Anstrengung Magnesium verabreicht bekommen.

Magnesium ist in verschiedenen Zusatzfuttern enthalten.

Die oben beschriebene “Spannigkeit” kann zum Beispiel durch ein Nervenpräparat verbessert werden. Aber auch Muskelprodukte oder Mineralfutter enthalten Magensium in geringeren Dosen.

Bei equiNatur gibt es 3 Produkte, die Magensium enthalten bzw. auf die Muskeln des Pferdes wirken. Je nachdem welche Zielstellung mit der Fütterung verfolgt wird.

equiNatur Nerven

equiNatur Muskel

equiNatur Mineral

 

Pferdehusten – Vorbeugung mit Zusatzfutter gegen Atemwegserkrankungen

23 Nov

Winterzeit ist Hustenzeit!

Gerade im Herbst und Winter fangen viele Pferde plötzlich an zu husten. Der Husten beginnt oftmals mit der Bewegung, sprich, während des Aufwärmens beim Reiten oder beim Galopp in den Stall. Meist hängt der Husten mit dem für die Jahreszeit üblichen Witterungswechsel zusammen, von trocken zu feucht oder von nass zu trockener Kälte.

Wenn bereits zähflüssiger gelblicher Schleim aus der Nase austritt, sollte allerspätestens der Tierarzt gerufen werden. Pferdehusten ist nämlich anders als ein Husten beim Mensch. Er ähnelt eher einer chronischen Bronchitis oder Asthma und ist keine Bagatelle.

Atemwegserkrankungen beim Pferd können verschiedene Ursachen haben. Meistens beginnt der chronische Verlauf mit Infektionen durch Influenza- und Herpesviren. Daraus kann sich dann schnell eine Allergie auf Pilzsporen aus Heu- und Strohstaub entwickeln. Ist die Erkrankung akut, muss man zunächst den Schleim verflüssigen. Das ist dann ähnlich wie beim Menschen, da Hustenpulver mit dem Wirkstoff „Dembrexin“ oder „Acetylcystein“ verschrieben wird. Eine Behandlung mit Antibiotika ist nur erforderlich, wenn Bakterien den Husten verursacht haben.

Meist kann einer schwerwiegenderen Entwicklung der Krankheit gut vorgebeugt werden. Ganz interessant ist übrigens, dass Naturpferde (also in freier Wildbahn) nicht an Husten erkranken. Auch hier stellen wir wieder fest – desto natürlicher die Haltung – desto gesünder das Pferd.

Wenn Ihr wisst, dass Euer Pferd anfällig ist, gilt es ein paar wichtige Tipps zu beachten.

  • Pferde möglichst viel an die frische Luft lassen, das heißt regelmäßiger Weidegang oder auf den Paddock stellen.
  • Achtung: ein Pferd ist kein Mensch – es friert nicht bei 0 Grad :-) Frische Luft ist wichtig, das heißt die Fenster im Stall sollten im Winter nicht verrammelt werden, allerdings muss Zugluft vermieden werden.
  • Bei Asthmapatienten ist ein Offenstall die beste Lösung, da das Pferd ein Maxium an frischer Luft und Bewegung erhält.
  • Bewegung – Bewegung – Bewegung! Desto öfter und regelmässiger das Pferd bewegt wird, desto besser. Denn das Training wirkt positiv auf die Selbstreinigung der Lunge. Allerdings sollte man darauf achten, dass das Pferd nicht überanstrengt wird, zu keuchen beginnt oder zu stark schwitzt. Regelmässige Schrittausritte und Trab oder leichte Longierarbeit sind die ideale Bewegung für einen Hustenpatienten.
  • Gutes Heu und Stroh verwenden, das nicht staubt und schon gar nicht schimmelig ist. Ist der Organismus des Pferdes angegriffen, reicht schon eine kleine Überdosis Staub oder Schimmel, um den Hustenkreislauf in Gang zu setzen.
  • Bei empfindlichen Pferden das Stroh und Heu anfeuchten oder Sillage füttern. Für die ganz extremen Patienten gibt es getrocknetes und gewaschenes Heu einzukaufen. Das ist von der Qualität her super, leider aber auch ein kostspieliges Unterfangen (wie wir selbst einmal ausgetestet haben).
  • Die Impfung gegen Influenza und Herpesviren ist bei Turnierpferden Pflicht. Allerdings belastet diese Impfung einen Asthmapatienten auch. Deshalb gilt es den Impfzeitpunkt gut abzupassen.

Unsere Araberstute Alissa ist ein klassischer Asthmatiker und reagiert vor allem auf Heustaub. Über die Jahre haben wir so ziemlich alle Mittel (inkl. homöopathischen Spritzen, nassem Heu, Heulage, gewaschenes Heu, Antibiotika, usw.) ausprobiert. Und jeder der das einmal durchgemacht hat, weiss wie unangenehm es ist, im Winter das Heu nass zu machen…

Seit 3 Jahren steht sie im Offenstall, frisst trockenes Heu und ist fast hustenfrei. Nur zu den Witterungswechseln im Herbst und Frühjahr ist sie noch hustenanfällig. In dieser Zeit achten wir auf viel Bewegung und füttern eine natürliches Hustenmittel zu (equiNatur Atemweg). Das löse ich in Wasser auf und giesse es über’s Futter. Da Anis und Fenchel drin ist, riecht das ganzewie ein Erkältungstee aus der Apotheke. Aber es wirkt. Gerade für solche Fälle ist Zusatzfutter für Pferde eine sinnvolle Möglichkeit, um weiteren Erkrankungen der Atemwege vorzubeugen.

Einen guten Winter!

 

Wie hängen Magenprobleme und Stress zusammen?

05 Nov

Der Magen – ein lästiger Störenfried!

Nicht nur Sportpferde, sondern eigentlich alle Pferde, die in irgendeiner Form Stress ausgesetzt sind, können unter Magenproblemen leiden. Diese reichen von Fressunlust, vergleichbar mit leichtem Sodbrennen, bis hin zu schweren Magengeschwüren, die dann besonders beim Fressen sehr schmerzhaft sind.

Ein großer deutscher Pharmakonzern hat dies schon vor fast 10 Jahren erkannt und einen Multiple-Choice-Test entwickelt, mit dem man auch als Laie testen konnte, ob das eigene Pferd zu einer Gruppe gefährdeter “Magenpatienten” zählt oder nicht. Erschreckend war, dass nur sehr wenige Pferde nicht zur “gefährdeten Gruppe” gehörten.

Was also ist Stress für das Pferd?

Stress muss nicht nur Transport- oder Turnier-Stress sein! Manchmal ist es sogar eher umgekehrt. Denn viele Turnierpferde lernen mit diesem Stress umzugehen und ihn dann in eine positive Anspannung umzuwandeln. Diese Pferde haben dann auch keine Probleme mit dem Magen.

Unter Stress können auch Pferde in einem Laufstall leiden. Nämlich dann, wenn es Futterstress gibt oder diese Pferde in der Rangordnung ganz unten stehen und keine Ruhe finden.

Diese Woche hatte ich einen Patienten, dessen einziger Stress darin bestand, dass er nicht mehr koppen kann, weil er einen Kopperriemen um hatte. Koppen ist eine Übersprungshandlung, die der Ersatzbefriedigung dient. Dadurch, dass der Wallach nicht mehr Koppen durfte, entstand für ihn Stress und der Magen wurde belastet.

Oft ist es für den Pferdebesitzer schwer bis unmöglich, diese Stressfaktoren zu beheben. Daher gilt es diese Pferde gut zu beobachten. Dann kann man schon bei kleinsten Anzeichen diesen Pferden mit einer sehr milden Therapie weiterhelfen. Wartet man jedoch zu lange, helfen nur noch die teuren und starken Medikamente wie zum Beispiel Cimetidin oder Omeprazol.

Das von uns entwickelte equiNatur Magen ist ein rein pflanzliches Produkt, dass bei der Kraftfutterfütterung den pH-Wert der Magensäure abpuffert und es damit für die Pferde sehr verträglich macht. Der Magen kann sich wieder beruhigen und neuer Stress kann kommen.

 

E-Selen – weitere Tipps und Praxisbeispiele

09 Okt

In den vorherigen Blocks haben wir bereits einiges zum Thema Selen erzählt… Hier nun ein erneutes Beispiel aus der Praxis sowie ein paar nützliche Tipps und Tricks…

Immer wieder stellt sich die Frage, warum steigt der Selenwert nicht an, trotz Zufütterung. Ich habe bereits erklärt warum unorganische Spurenelemente und Mineralien als Mineralklumpen ausgeschieden werden. Das ist aber nur eine Möglichkeit.

Eisen kann eine weitere sein. Teilweise ist das Trinkwasser in Pferdeställen sehr eisenhaltig. Das kann unter anderem an alten Wasserrohren liegen. Eisen wiederum verhindert (bzw. ist eine zu große Konkurrenz) um die Resorption durch den Darm. Sprich statt Selen wird Eisen aufgenommen.

Eine weitere Möglichkeit sind Darmparasiten. Man mag es kaum glauben, aber trotz intensiver Aufklärung der Pferdebesitzer und potenter Entwurmungspasten, gibt es nach wie vor stark verwurmte Pferde. Wobei nicht die stark verwurmten Pferd das Hauptproblem darstellen. Vielmehr sind es die Patienten, die regelmäßig entwurmt wurden (aber im Stall mit den unentwurmten Pferden stehen). Genau bei denen zeigen sich die Darmparasiten relativ resistent gegen die gängigen Entwurmungspasten. Der Darm dieser Pferde kann aufgrund der ständigen Reizung durch die Parasiten nicht physiologisch arbeiten. Dadurch wird gerade die Aufnahme von Mineralien und Spurenelementen erschwert.

Die Konsequenz für alle Pferdebesitzer ist:

  1. Haltet Euch unbedingt an einen Entwurmungsplan, der jahreszeitlich abgestimmt einen maximalen Effekt bietet
  2. Achtet auf die Gewichtsangaben! Und vor allem darauf, dass das Pferd auch wirklich die komplett verabreichte Menge schluckt. Dadurch können schnell erhebliche Unterdosierungen entstehen, die dann wiederum die Bildung von Resistenzen der Darmparasiten fördert.
  3. Es gibt Wurmkuren deren Wirkstoff sich im Fettgewebe anreichert und damit momentan zu den effektivsten Präparaten zählt. Leider aber auch zu den teuersten. Trotzdem empfehle ich, diese Wirkstoffe einmal im Jahr zu verwenden.
  4. Wenn Ihr davon ausgeht, dass das Pferd stark verwurmt ist, sollte man in jedem Fall zweimal hintereinander entwurmen.
  5. Kot und Blutuntersuchungen können – müssen aber nicht – hilfreich sein für die Diagnostik. Man spricht auch von falsch negativen Ergebnissen.
  6. Falls über eine Blutuntersuchung ein Verwurmungsverdacht geäußert wird und gleichzeitig die Spurenelemente und Mineralien niedrig sind, verwendet am Besten organisch gebundene Inhaltsstoffe
 

E-Selen – weitere Infos und Praxisbeispiele zu diesem wichtigen Spurenelement

06 Okt

Überdosierung von Selen

Hier noch mal eine kurze Info vorab. Bitte achtgeben bei der Fütterung von Selen!

Selen ist kein sehr teures Spurenelement. Daher ist es auch in nahezu jedem Zusatzfutter enthalten. Darum aufgepasst, wenn man verschiedene Präparate mischt, dass man nicht überdosiert. Überdosierungen mit Selen sind sehr gefährlich!

Ein großes Problem ist, dass das Ziel der Hersteller von Zusatzfuttermitteln versuchen, möglichst viele verschiedene Produkte auf den Markt zu bringen. Wenn man zum Beispiel ein Zusatzfuttermittel für die Muskulatur sucht und möglichst alle wichtigen Zusatzstoffe abdecken möchte, benötigt man meist mehrere Produkte. Dann ist meist auch in allen Selen enthalten. Schon sind die Produkte nicht mehr kompartibel!

Genau das wollte ich bei unseren Produkten vermeiden. Wir haben ein reines Muskelpräparat – equiNatur Muskel. Das ist perfekt auf die Muskulatur abgestimmt und ist auch völlig ausreichend. In diesem Fall weisen wir hier auch nochmal darauf hin, dass parallel KEIN E-Selen Präparat verabreicht werden darf.

Und hier noch ein Selen Fall aus der Praxis

Bei einem meiner Kunden, der einen sehr gut geführten Betrieb hat, haben die Pferde, trotz Zufütterung von selenhaltigen Zusatzfuttermitteln ständig niedrige Selenwerte. Egal bei welchem Pferd getestet wurde, immer waren die Selenwerte niedrig. Am Anfang bin ich noch von falsch negativen Werten ausgegangen, weil Spurenelementwerte durchaus auch vom Zeitpunkt der Blutentnahme abhängen. Die Futteraufnahme in zeitlicher Nähe zur Blutentnahme kann durchaus die Werte beeinflussen. Aber bei der Häufung von Pferden mit Selenmangel, konnte das nicht zutreffen. Gleichzeitig gab es durchaus auch klinische Symptome für einen Selenmangel, wie leistungsschwache und steife Pferde. Jedoch war es nicht möglich die schlechten Blutwerte zu verbessen!

Sämtliche Labors und Pathologen die ich zu diesem Problem befragt habe, waren ratlos! Schlussendliche weiterhelfen konnte uns ein Ernährungsberater für Menschen, der mich auf eine gute Idee gebracht hat. Wir hatten uns über die Bioverfügbarkeit verschiedener Produkte und deren Auswirkung auf die Resorption und den Körper unterhalten. In den meisten Mineral- und Spurenelementmischungen liegen die Inhaltsstoffe in anorganischer Form vor, zum Beispiel als Salze. Diese Salze wiederum gehen dann mit anderen anorganischen Bestandteilen der Nahrung im Darm Interaktionen (Verbindungen) ein. Die entstehenden “Mineralklumpen” können einfach aufgrund ihrer Größe vom Verdauungssystem nicht aufgeschlossen werden. Damit sind sie unverdaulich und werden mit dem Kot ausgeschieden. Sie stehen also dem Körper nicht zur Verfügung!

Anders verhält es sich mit organisch gebundenen Mineralien. Das Verdauungssystem ist darauf ausgelegt organisches Material zu verarbeiten und durch die Darmschranke in den Blutkreislauf aufzunehmen (zu resorbieren). Diese so gebundenen Stoffe stehen dem Körper in seiner Gänze zur Verfügung, da ein gesunder Organismus das organische Material nahezu komplett resorbiert. Man spricht von der Bioverfügbarkeit. Selen in organischer Form gibt es gebunden an Aminosäuren.

Zurück zu dem Beispiel aus der Praxis. In dem Betrieb war es möglich den Selenmangel dadurch zu beheben, dass selenhaltigen Aminosäuren verabreicht wurden, die vom Pferdekörper besser resorbiert werden können.

Hier geht’s zu equiNatur E-Selen.

 

E-Selen, ein zentraler Inhaltsstoff in Zusatzfutter für Pferde

12 Sep

Im Folgenden wollen wir Euch einen ersten Einblick geben, was Selen eigentlich ist und wofür es gut ist.

Was ist Selen?
Selen ist eine Art körpereigene Polizei, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, freie Radikale sowie Giftstoffe abzufangen. Selen hat somit eine wichtige Bedeutung als Schutzstoff für unser Immunsystem: Selen stärkt das Herz, hilft bei der Versorgung der Muskulatur mit Sauerstoff und hält das Blut flüssig. Als eine Art “Schleuser” bindet Selen auch schädliche Giftsubstanzen wie Silber, Blei, Cadmium oder z. B. Quecksilber und verbessert den Ausfluß/Austritt aus dem Körper.

Wofür ist Selen wichtig?
Selen ist auch für die Leistungsfähigkeit von Pferden wichtig: Bei Muskelarbeit entstehen Sauerstoffradikale, die Zellmembrane zerstören können und auch Muskelzellen schädigen. Genau hier setzt das Selen an. Wie oben schon beschrieben fängt es die Radikale ab und ermöglicht der Muskulatur einen reibungslosen Ablauf.

Wo und wie wird Selen vom Pferdeorganismus aufgenommen?
Normalerweise enthalten unsere Böden (und somit auch das Gras) Selen und werden vom Pferd beim Grasen aufgenommen. Aber – durch häufige Düngung, viele Ernten und das Schmelzwasser der Gletscher leiden unsere Böden heute dramatisch, die Folge ist eine grosse Selen-Armut. Insbesondere im Süden von Deutschland ist das der Fall. Durch das natürliche Grasen nehmen die Pferde deshalb deutlich weniger Selen auf, wie das früher der Fall gewesen ist.

Wie zeigt sich Selenmangel?
Selenmangel kann gerade in der Fohlenaufzucht tödliche Folgen haben (Weißmuskelkrankheit). Aber auch im Reit – und Rennsport gelingt es Pferden mit Selenmangel kaum gute Leistung zu erbringen, da die Schleuser-Fuktionalität des Selens nicht greift. Das Ergebnis sind oftmals Muskelschwäche, ein steifer Gang oder verschglagähnliche Symptome.

Was kann man gegen Selenmangeln tun?
Je nachdem in welcher Region man wohnt (d.h. wie die generelle Bodenbeschaffenheit ist), bietet es sich an, Selen zuzufüttern.

E-Selen ist pur als Zusatzfutter erhältlich (750gr. und 3kg) und kann bequem unter das Kraftfutter gemischt werden.

 

Kunststoff-Klebebeschlag Imprint S – so funktioniert der innovative Huf-Beschlag

16 Aug

Hallo zusammen,

dieses Mal gibt es einen Bericht über ein “artfremdes” Thema – das sich nicht um Zusatzfutter sondern um einen neuartigen Hufbeschlag dreht.

Nachdem wir vielfach Probleme mit dem häufigen Verlust der Eisen im Offenstall hatten und auch leider die Kunststoff-Beschläge von Easy Walker zu oft abgefallen sind, haben wir jetzt etwas völlig neuartiges ausprobiert. Die englische Firma Imprint bietet mittlerweile den Kunststoff-Klebebeschlag Imprint S auch in Deutschland an. Zum Glück haben wir mit Sebastian Wolfarth einen innovativen und sehr guten Schmied, der einer DER wenigen Experten auf diesem Gebiet in Deutschland ist und auch Workshop zum Aufbringen der Beschläge anbietet.

Im Folgenden seht Ihr, wie der Imprint S aussieht und wie der “Beschlag” also das Kleben funktioniert:

Schritt1_Beschlagkunststoff_wird_weichgemacht

Schritt1: Kunststoff Beschlag wird weich gemacht

Zu allererst wird der Kunststoffbeschlag in heißem Wasser eingeweicht – gut dass unser Schmied dafür seinen eigenen Wasserkocher dabei hat :-)

Danach geht es weiter und der Huf wird vorbereitet. Mit dem Dremel werden kleine Ausbuchtungen in den Huf gefräst. Mit denen verbindet sich dann später der Beschlag durch den Kleber und wird haltbar gemacht.

Schritt2_Vorbereitung_Kunststoffklebebeschlag

Schritt2: Huf wird vorbereitet

Schritt3_Vorbereitung_Kunststoffklebebeschlag

Schritt3: Huf wird vorbereitet

Schritt4_Vorbereiteter

Vorbereiteter Huf

Auf den vorbereiteten Huf wird dann der Kleber aufgetragen:

Schritt5_Huf_wird_geklebt

Schritt 5: Kleber wird aufgetragen

Schritt6_Huf_mit_Kleber

Schritt 6: Huf mit aufgetragenem Kleber

Schritt7_Imprint_Sport_vor_Kleben

Schritt 7: Imprint S mit weichem Kunststoffrand vor dem Kleben

Der Beschlag wird dann auf den Huf gehalten. Der mittlerweile weiche Rand wird dann über den Huf gestülpt und mit dem Kleber modelliert. Wenn das ganze sitzt und passt wird der Kleber mit Kältespray ausgehärtet.

Schritt8_Anbringen_Kunststoffbeschlag_auf_Kleber

Schritt 8: Beschlag wird auf den Huf gehalten und der Rand über den klebenden Huf gestülpt

Schritt9_Imprint_S_fertig_geklebt

Schritt 9: Dann wird der Rand anmodeliert und danach mit Kältespray ausgehärtet

Das war’s! Das ganze dauert ungefähr so lang wie ein klassischer Beschlag mit einem neuen Eisen. Bislang halten die Beschläge super und die Pferde gehen damit auch richtig gut. Wer also einen Kunststoffbeschlag sucht, der nicht so leicht abfällt und dem Pferdehuf soviel Elastizität und Durchblutung wie möglich gibt, der hat mit dem Imprint S eine wirkliche Alternative.

Das Kleben selbst ist deutlich schonender als das Nageln und mit Sicherheit auch für weniger schmiedefromme Pferde geeignet. Das Kältespray “zischt” zwar etwas und kann das Pferd erschrecken. Doch auch da hatte Sebastian einen Trick auf Lager: durch ein Handtuch ist das Geräusch kaum zu hören und hat dann auch unseren beiden Vierbeinern nichts ausgemacht.

Einziger “kleiner Nachteil” – der Kleberand ist weißlich und sieht natürlich nicht ganz so ästethisch aus wie ein normaler Beschlag. Aber, den Rand gibt es auch in verschiedenen Farben, so dass er auch zu dunklen Hufen besser passt.

Uns so sieht der fertige Beschlag dann aus :

Schritt10_Imprint_S_vonunten

Der Imprint S von unten

Schritt11_Hufe_mit_ImprintS

So sehen die beklebten Hufe aus

 

Doping – auch nach dem Ende der Tour de France ein heisses Thema – und zwar bei Pferden

02 Aug

Oh je – es tut heutzutage ganz schon weh, wenn man positiv getestet wird. Ob Sinn oder Unsinn der von der FN vergebenen Dopingregeln, wer in Deutschland an Turnieren teilnehmen möchte, muss sich an diese Regeln halten…

In einem Forum habe ich vor kurzen von einer Reiterin gelesen, die wissen wollte, wieviel Baldrian sie ihrem Pferd geben kann…und damit direkt in einen positiven Test reingestolpert ist. Im speziellen Fall war das Pferd so nervös auf dem Turnier, dass sie dachte, sie tut ihrem Pferd etwas gutes, damit es nicht so viel Stress hat. Der Ansatz ist zwar durchaus pferdefreundlich, aber eben verboten.

Deshalb – Vorsicht ist geboten, wenn Ihr Euren Pferden Nervennahrung geben wollt. Viele Substanzen sind mittlerweile in der Anwendung auf dem Turnier verboten. Dazu gehören zum Beispiel Baldrian aber leider auch die tolle Aminosäure Tryptophan. Verwenden kann man Magnesium oder auch Vitamin B12. Beide Substanzen können auch bei der Stressbewältigung helfen.

Wer also Fragen zu Inhaltsstoffen und Fütterung vor Turnieren hat, kann sich gerne an mich wenden. Schickt einfach eine eMail an info@equinatur.de

Ich versuche dann regelmässig im Blog auf das Thema Doping einzugehen.

 

“Die Dicken” – Übergewicht bei Pferden – Veranlagung oder Fütterungsfehler?

02 Aug

Ich glaube, dass ich dieses Thema zu meinem Lieblingsthema machen werde.

Bei Hunden und ihren Besitzern sagt man ja, dass sich die beiden im Laufe der Jahre immer ähnlicher werden… Ich hab übrigens auch einen Hund – einen kleinen ganz netten (Anm. der Red. “er kann auch ganz schön giftig kläffen”) . Aus meiner Erfahrung von vielen Hundert Besuchen bei Pferden verschiedenster Alter, Kondition und Rasse muß ich leider sagen, daß sich auch hier eine gewissen Ähnlichkeit zwischen Roß und Reiter nicht von der Hand weisen lässt, leider auch was des Gewicht angeht.

Nur – was fressen diese Pferde – Burger, Chips und Cola? Das ganze soll keine Hetztirade gegen gewichtigere Menschen werden, denn jeder soll nach seiner Fasson leben und sich wohlfühlen. Aber Achtung – als Tierarzt liegt mir das Wohl der Pferde sehr am Herzen. Deshalb sollte man immer daran denken, was man dicken Tieren antut – denn diese entscheiden sich eigentlich nicht freiwillig für das ein oder andere Pfund mehr auf den Rippen. Auch in freier Wildnis sieht man eigentlich nie übergewichtige Tiere.

Wir Menschen bekommen Probleme mit dem Herz, den Gelenken und dem Stoffwechsel – die Zivilisationskrankheiten. Es gibt eine ganze Reihe von Krankheiten bei Pferden, die auf falsche Ernährung und ein zu hohes Gewicht zurückzuführen sind. Es sind die sogenannten “Metabolic diseases”. Und genau wie beim Menschen, gibt es beim Pferde Gelenkprobleme, Herzprobleme, Kondidionsprobleme und viele Krankheiten mehr.

Diesen Krankheiten und entsprechenden Möglichkeiten der Vorbeugung möchte ich diese Reihe gerne widmen.

Also “stay tuned” – hierzu gibt es in Kürze weitere Updates.

 

Autsch! Beim Opa klemmt’s oder ein Beitrag zum Thema Arthrose bei alten Pferden

26 Jul

Was tun mit dem Rentner der “rund rum” ein bisschen Arthrose hat?

Hmmmm…im Sommer geht es ja meistens. Aber im Winter, wenn er nicht mehr draußen auf der Koppel ist und sich den ganzen Tag bewegt, sondern stattdessen tatenlos auf dem Paddock steht, dann wird es schlimmer. Denn “wer rastet der rostet” – das gilt nicht nur für Menschen sondern auch für Pferde.

Was kann man also mit einem solchen Patienten machen?

Die Gelenke direkt behandeln ist bei einem Rentner übertrieben. Da oft mehrere Gelenke betroffen sind, ist es auch schwierig und nicht bezahlbar. Den ganzen Winter Equipalzone geben, geht auch nicht. Denn das schlägt auf den Magen des armen Alten.

Also was tun? Helfen können die Glykosaminoglykane (GAG). Eigentlich große Molekühle, die nicht durch die Poren einer Gelenkkapsel gelangen können. Wie sieht das jetzt bei einem Arthrosepatienten aus? Bei den chronisch entzündeten Gelenken sind eben diese Poren weitgestellt. Darum können dann auch große Moleküle ins Gelenk gelangen. Daher kann man geraden bei alten Pferden für viel Erleichterung sorgen, wenn man Ihnen diese Substanzen zufüttert…

Senior-Araber Samuarai (31) - trotz Arthrose fit im Offenstall

Senior-Araber Samuarai (31) - trotz Arthrose fit im Offenstall

Unser Nachbarpferd – der Araber Senior Samurai (“31 Jahre und kein bisschen weise”) ist durch die regelmässige Gabe des Gelenk-Zusatzfutters mittlerweile schmerzfrei und stabil.

Wie man hier sieht, geniesst er den Ruhestand im Offenstall gemeinsam mit seinen Kumpels. Und – nicht zu übersehen – er hatte sich im letzten Winter trotz seines Alters (und seiner wenigen letzten Zähne) ein kleines “Bäuchlein” angefuttert und wälzt sich auch immer noch für sein Leben gern im Sand :-)

Wer Interesse hat, equiNatur Gelenk zu probieren, der findet es hier