In den vorherigen Blocks haben wir bereits einiges zum Thema Selen erzählt… Hier nun ein erneutes Beispiel aus der Praxis sowie ein paar nützliche Tipps und Tricks…
Immer wieder stellt sich die Frage, warum steigt der Selenwert nicht an, trotz Zufütterung. Ich habe bereits erklärt warum unorganische Spurenelemente und Mineralien als Mineralklumpen ausgeschieden werden. Das ist aber nur eine Möglichkeit.
Eisen kann eine weitere sein. Teilweise ist das Trinkwasser in Pferdeställen sehr eisenhaltig. Das kann unter anderem an alten Wasserrohren liegen. Eisen wiederum verhindert (bzw. ist eine zu große Konkurrenz) um die Resorption durch den Darm. Sprich statt Selen wird Eisen aufgenommen.
Eine weitere Möglichkeit sind Darmparasiten. Man mag es kaum glauben, aber trotz intensiver Aufklärung der Pferdebesitzer und potenter Entwurmungspasten, gibt es nach wie vor stark verwurmte Pferde. Wobei nicht die stark verwurmten Pferd das Hauptproblem darstellen. Vielmehr sind es die Patienten, die regelmäßig entwurmt wurden (aber im Stall mit den unentwurmten Pferden stehen). Genau bei denen zeigen sich die Darmparasiten relativ resistent gegen die gängigen Entwurmungspasten. Der Darm dieser Pferde kann aufgrund der ständigen Reizung durch die Parasiten nicht physiologisch arbeiten. Dadurch wird gerade die Aufnahme von Mineralien und Spurenelementen erschwert.
Die Konsequenz für alle Pferdebesitzer ist:
- Haltet Euch unbedingt an einen Entwurmungsplan, der jahreszeitlich abgestimmt einen maximalen Effekt bietet
- Achtet auf die Gewichtsangaben! Und vor allem darauf, dass das Pferd auch wirklich die komplett verabreichte Menge schluckt. Dadurch können schnell erhebliche Unterdosierungen entstehen, die dann wiederum die Bildung von Resistenzen der Darmparasiten fördert.
- Es gibt Wurmkuren deren Wirkstoff sich im Fettgewebe anreichert und damit momentan zu den effektivsten Präparaten zählt. Leider aber auch zu den teuersten. Trotzdem empfehle ich, diese Wirkstoffe einmal im Jahr zu verwenden.
- Wenn Ihr davon ausgeht, dass das Pferd stark verwurmt ist, sollte man in jedem Fall zweimal hintereinander entwurmen.
- Kot und Blutuntersuchungen können – müssen aber nicht – hilfreich sein für die Diagnostik. Man spricht auch von falsch negativen Ergebnissen.
- Falls über eine Blutuntersuchung ein Verwurmungsverdacht geäußert wird und gleichzeitig die Spurenelemente und Mineralien niedrig sind, verwendet am Besten organisch gebundene Inhaltsstoffe
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